Windmühlen im Hirn

Leben & Liebe Der unglücklichen Liebe des Schweizer Schriftstellers und Abenteurers Hans Morgenthaler ist eine wahrhaft sprechende Ausstellung gewidmet.

Kultur | Petra Rathmanner | aus FALTER 48/99 vom 01.12.1999

Es war einmal einer, der das Paradies suchte. Und weil er ein Schweizer war, suchte er es in den Bergen. Beinahe alle Finger hat er in den eisigen Gletscherspalten gelassen. An der rechten Hand blieben noch drei Finger, und mit denen schrieb er seine Geschichte auf: "Ein erträgliches Leben in diesem Scheißdreck Schweiz in diesem von Gott verschissenen Europa ist nicht möglich für einen anständigen Mann."

Derartige Ausbrüche des Schweizer Schriftstellers Hans Morgenthaler (1890-1928) werden dieser Tage von Kurator Beat Gugger rezitiert, der als Vorleser und Geschichtenerzähler Teil seiner eigenen Ausstellung ist. Hans Morgenthaler, das ist der Don Quichotte unter den Schweizer Literaten: ein Träumer und Reisender, der als Geprellter von seinen Abenteuern zurückkehrt; ein Provokateur, den auch Psychotherapie und wohlgemeinte Ratschläge nicht zur Räson bringen; ein Kranker, der die letzten Lebensjahre in Sanatorien dahinsiecht und immer wüstere Texte schreibt.

"Er schert sich nicht


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