Stadt in Angst

Sachbuch Der US-amerikanische Stadtsoziologe Mike Davis beschreibt in seiner umfassenden Studie "Ökologie der Angst" den Großraum von Los Angeles als eine von Beben, Gangs und Killerhörnchen heimgesuchte Antistadt.

Kultur | Siegfried Mattl | aus FALTER 48/99 vom 01.12.1999

An einem ganz gewöhnlichen Tag des Jahres 1990 brach in Bradbury, einem wohlhabenden Villenviertel am Nordrand von Los Angeles, die Hölle los: Der Anblick "eines großen Pumas, der mitten am Tag mit einem hilflosen weißen Pudel im Maul die Straße entlangstolzierte", versetzte die Einwohner der in die Berge gerammten Siedlung aus lauter Millionen-Dollar-Domizilen in Angst und Schrecken.

"Die Natur beißt zurück." Mit diesen Worten paraphrasiert der Stadtsoziologe Mike Davis in seinem neuen Buch "Ökologie der Angst" die zahllosen aufgeregten Medienberichte über gefährliche Begegnungen von Tieren und Menschen in L.A.: Pumas, Kojoten und Schwarzbären machen sich im Stadtgebiet breit, holen sich geliebte Haustiere aus den Stadtrandvillen oder lassen die Kadaver ihrer Beute auf gepflegten Rasenflächen und in Swimmingpools zurück.

Die Puma-Hysterie, die nach Zwischenfällen wie dem von Bradbury um sich griff und zur Aufstellung bewaffneter Bürgergarden führte, wird nur von der neoromantischen


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