Dolm der Woche: Franz Hufnagl

Politik | aus FALTER 49/99 vom 08.12.1999

O.k. Franz Hufnagl, Bürgermeister von Windischgarsten, ist - rechtlich gesehen - unschuldig. Er hat gegen das Strafurteil, mit dem er wegen Vergewaltigung und Nötigung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, Berufung eingelegt. Aus rechtsstaatlicher Sicht ist Hufnagl daher ein unbescholtener Mann. So gebietet es die Menschenrechtskonvention. Der politische Anstand fordert anderes: Hufnagl steht im schweren Verdacht, Frauen aus seinem Ort betäubt und vergewaltigt zu haben. Mehrere Opfer belasten ihn schwer. Vor der Verurteilung hat sich Hufnagl beurlauben lassen. Vergangenen Montag überraschte der Provinzpolitiker: Hufnagl kehrte in sein Bürgermeisterbüro zurück. So, als ob er in erster Instanz freigesprochen worden wäre. Rechtlich hat Hufnagl natürlich wieder recht. Er wurde als Bürgermeister gewählt und nicht abgewählt. Politisch hat er ein Geständnis über sein Verhältnis zur Macht abgelegt.


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