Die Betonbrüder

SPÖ Sie blockieren sämtliche Reformen, sammeln lukrative Posten und richten die Partei zugrunde. Angeblich. Wie schlimm sind die Betonierer in der SPÖ wirklich?

Politik | Gerald John und Patrik Volf | aus FALTER 49/99 vom 08.12.1999

Anton Leikam hat bereits resigniert. Wenn der Kärntner SPÖ-Abgeordnete morgens die Zeitung aufschlägt, findet er keine gefälligen Berichte über Gesetze, die er gerade im Parlament vorbereitet. Stattdessen liest er über Leikam, den Blockierer. Über Leikam, den Rechtsverbinder. Und über Leikam, den Betonierer. "Ihm fehlt der Glaube, dass über ihn noch etwas Positives in der Zeitung steht", lässt er dem Falter über seinen Sprecher ausrichten: "Er sagt nichts, weil er nichts zu gewinnen hat. Tut uns leid."

Zu den Betonierern will in der SPÖ derzeit niemand gehören. Das Vokabel wurde in den letzten Wochen medial strapaziert wie sonst nur "Sondierungsgespräche". Die Öffentlichkeit hat sich ihr Bild zurechtgezimmert: "Betonköpfe", "Blockierer" und "Stahlhelme" sind schuld am Niedergang der Bundespartei, am Kärntner Chaos und am Stillstand in der Republik im Allgemeinen. Betonierer sind graue Machos, resistent gegen jeden gesellschaftlichen Wandel und sämtliche Reformen. Sie tendieren


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