"Vom Sessel gefallen"

Polizei Ein Mann soll in Polizeigewahrsam "gegen die Gegensprechanlage gelaufen" und "vom Sessel gefallen" sein. Ergebnis: Gehirnblutung, Ablösung des Sehnervs und zwölf Tage Spital. Die Justiz ermittelt.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 49/99 vom 08.12.1999

Glauben Sie mir", versichert ein hoher Wiener Polizeibeamter, "so deppert können die Beamten nicht sein. Nennen Sie mir eine Erklärung, warum sie das tun sollten?" Es ist wirklich schwer, eine Erklärung dafür zu finden, was sich am Abend des sechsten November im Kommissariats Boltzmanngasse ereignet hat. Seit wenigen Tagen beschäftigt die Justiz eine mysteriöse Amtshandlung, die Rechtsanwalt Thomas Prader als "eindeutige und brutale Misshandlung durch die Polizei" und die Polizei als "Sturz eines randalierenden Betrunkenen" interpretiert.

Eines steht fest: Johannes G., ein unbescholtener Mann, kam unverletzt aufs Wachzimmer und lebensgefährlich verletzt wieder heraus. Das Krankenhaus Rudolfsstiftung diagnostizierte Hirnblutung und Ablösung des Sehnervs am rechten Auge. Erst nach zwölf Tagen durfte G. das Spital wieder verlassen. Ob der Mann jemals wieder auf beiden Augen klar sehen können wird, ist nicht sicher.

G., Mitarbeiter eines Wiener Einkaufscenters, erhebt in einer dem Falter


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