Club der jungen Dichter

Literatur Junge Literatur über die Welt von heute in Auflagen, von denen man früher nur zu träumen wagte: Deutschlands literarischer Nachwuchs scheint, so suggeriert zumindest der mediale Rummel, für die nächsten Jahrzehnte gesichert. Was ist davon zu halten? Und wie sieht es in Österreich aus?

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 49/99 vom 08.12.1999

Der Spiegel hatte getrommelt, und alle waren sie gekommen - "die Enkel von Grass & Co." Vom 17-jährigen Benjamin Lebert, der mit "Crazy" die üblichen Auflagen eines Erstlings um die ein oder andere Zehnerpotenz überbot, bis zu Thomas Lehr ("Nabokovs Katze"), der mit seinen 41 Lenzen wohl schon eher der Generation der Söhne von Grass & Co. zuzuzählen wäre. Dazwischen das breite Feld der thirty-somethings: Thomas Brussig, Karen Duve, Jenny Erpenbeck und Elke Naters - sie alle mit der rot-weißen Oskar-Matzerath-Blechtrommel über der Schulter. Einzig der ansonsten nicht gerade medienscheue Benjamin von Stuckrad-Barre fehlte auf dem Cover jenes Magazins, das dem 24 Jahre jungen Literatur-Popstar als Zentralorgan eines zwangsironisch aufgekratzten Bescheidwissertums gilt (siehe das Porträt auf Seite 26).

Deutschland als Chance Im Blattinneren gesellte sich zu den mehr oder weniger jungen Hoffnungsträgern der neuen erzählerischen Unbeschwertheit - die, so Spiegel-Redakteur Volker


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