Ja, wie geht es uns denn?

Junge Deutsche Literatur "Tristesse royale" und "Mesopotamia". Zwei Bücher wagen ein heldenhaftes Unterfangen: eine Bestandsaufnahme der popmodernen deutschen Befindlichkeit.

Kultur | Stefan Ender | aus FALTER 49/99 vom 08.12.1999

Um es mit einem Begriff aus der Popbranche zu bezeichnen: Sie befinden sich im Moment in heavy rotation in den bundesdeutschen Feuilletons, die Anthologie "Mesopotamia" und das popkulturelle Gesprächsquintett "Tristesse royale". Kein Blatt, das nicht ausführlich Stellung bezogen hätte zu diesen beiden Neuerscheinungen, die sich darum bemühen, einen Überblick über die Befindlichkeitslage der jüngeren deutschen Schriftstellergeneration zu geben.

"Ernste Geschichten am Ende des Jahrtausends" nennt Herausgeber Christian Kracht die von ihm in "Mesopotamia" zusammengetragenen Beiträge von siebzehn mehr oder weniger jungen deutschen Autoren, und um diese Ernsthaftigkeit noch zu unterstreichen, prangt ein programmatisch mahnendes Zitat von Pulp-Sänger Jarvis Cocker auf der Rückseite des prächtigen Sammelbandes: "Irony is over. Bye Bye". Und in der Tat gibt es in "Mesopotamia" nicht allzu viel zu lachen für den modernen Menschen. Gelähmt, überfordert zeigt sich dieser vom erstickenden


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