Ein Haus als Herz der Welt

Literatur Nik Cohn hat den Broadway zum Herz der Welt gemacht. In "Broadway Babylon" reicht ihm sogar ein einziges Haus.

Kultur | Wolfgang Paterno | aus FALTER 49/99 vom 08.12.1999

Kann ein Haus, kann eine Straße die ganze Welt bedeuten? Für Nik Cohn, den schon etwas angegrauten Rock-'n'-Roller, der mit der frei erfundenen Reportage über die Brooklyner Diskothekenszene die Vorlage für den Film "Saturday Night Fever" lieferte, ist das keine Frage. In den Achtzigerjahren, als die Asphaltliteraten sich auf den Weg in die weite Welt machten, plante auch Cohn einen Trip um den Globus, unternahm dann aber eine Weltreise der anderen Art: Er mietete sich in ein New Yorker Hotel in der 43. Straße ein und schrieb zehn Jahre lang an "Das Herz der Welt" (1992). Und Wunder: Der Broadway als Mittelpunkt des Romans war "eine ganze Welt für sich".

In "Manhattan Babylon", Cohns jüngstem Roman, geht die Welt unter. Genauer: Am Ende des Romans wird alles in Schutt und Asche liegen, und die Hunderten Seiten lang davor schildert Cohn, wie ein Haus mit einer Zoohandlung im Untergeschoß langsam devastiert wird. Auch die Bewohner sind eine Welt für sich: Kate Root, Wahrsagerin und


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