Steve Buscemi zum Lesen

Literatur Mit "Thirsty Dog" hat Simone Gertz einen knallharten und gleichzeitig einfühlsamen Erstling geschrieben.

Kultur | Martin Amanshauser | aus FALTER 49/99 vom 08.12.1999

Zu Beginn sitzt Squid vor dem Fernseher, findet seinen Gin Tonic nicht. Ganz klar, was passieren muss: Er purzelt auf den Boden, rammt sich Glasscherben zwischen die Rippen und blutet wie ein Schwein. Seine Verletzung trägt er, klassisch Steve-Buscemi-haft, den ganzen Roman über mit sich herum. Keinen Bock auf Arztbesuche in eigener Sache, dafür ist Squid zu durchgeknallt - außer vielleicht, wenn er eine Junkiefrau in der Wohnung hat: Dann hält er dem Onkel Doktor eine Pistole unters Kinn, um Heroin heranzuschaffen. Halbwegs professionelle Wundbetreuung holt er sich von der Nachbarin Alice, gute Seele und Krankenschwester, unter Umständen auch verliebt, allerdings - wie sich später herausstellt und von Squids Fenster aus einblickbar ist - in einen anderen Mann.

Die zarten Gefühle sind aber nebensächlich. Simone Gertz, 1973 in Baden-Württemberg geboren, hat einen knallharten und gleichzeitig einfühlsamen Erstling zustande gebracht: "Thirsty Dog" (samt dem bescheuerten Untertitel


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