Kaiserschnitt im Horizont

Krimis Fünf Frauen schreiben in zumindest vier verschiedenen Sprachen fünf zumindest sehr brauchbare Krimis. Vorweihnachtliche Harmonie zwischen Rezensent und Nachbarin.

Kultur | Christoph Braendle | aus FALTER 49/99 vom 08.12.1999

Das ist brauchbar!, sagt die Nachbarin, das ist sehr brauchbar, sagt sie, da gibt es zum Beispiel eine brauchbare Mutter-Tochter-Beziehung, da gibt es sehr, sehr spannende Beschreibungen von Gefühlen, es gibt eine Nachdenklichkeit, und aus dieser Nachdenklichkeit entstehen Personen. Sympathische Hauptfiguren, bestätige ich. Sensationell! Rasant und spannend, sage ich bei Kaffee und Mohngebäck. Wir reden von fünf Büchern, die alle fünf Dolche verdienen und allesamt aus Frauenhand stammen.

Hilal Sezgin hat einen historischen Krimi geschrieben, der vergnügt und leichtfüßig daherkommt und so ganz nebenbei zeigt, in welchem Ausmaß die Gesellschaft sich seither verändert hat. "Der Tod des Maßschneiders" spielt im Jahr 1885 in Frankfurt am Main. "Der 22. Juli dieses Jahres war ein Datum, das die Frankfurter noch am selben Tag für denkwürdig, historisch, gar unauslöschlich erklärt hatten. Dabei hatte die Frankfurter Bürgerschaft bloß einen aus ihrer Mitte in Frieden zu Grabe tragen


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