Sagt doch endlich Gute Nacht

Musik Die Beastie Boys haben eine karriereumspannende Anthologie veröffentlicht und damit die Frage aufgeworfen, ob drei hysterische Dilettanten die prägende Band der Neunziger sein können.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 49/99 vom 08.12.1999

So wahr Cat Stevens Yussuf Islam heißt, so wahr ist es auch, dass das spirituelle Erwachen von Popstars noch selten zu kreativen Höhenflügen geführt hat. Cliff Richard regiert derzeit mit seiner Neuvertonung des Vaterunsers zur Melodie von "Auld Lang Syne" die britischen Charts, und die Beastie Boys - einst rein hedonistisch, heute zu einem Drittel buddhistisch - schreiben Texte wie: "Wenn du zu lieben lerntest, würdest du vielleicht das Leben lieben." Mitte der Achtziger, zur Zeit ihres ersten Hits "Fight for Your Right (To Party)" wäre Adam "Ad-Rock" Horovitz, Mike "D" Diamond und Adam "MCA" Yauch so etwas kaum über die Spottlippen gekommen. Nicht nur weil die Beasties damals noch böse Buben waren, sondern auch weil eine Zeile wie diese weder witzig noch lehrreich, noch sonst irgendwie sprachlich oder rhythmisch reizvoll ist. "It sucks", hätten die Beastie Boys damals vermutlich zusammenfassend gesagt.

"Alive", der oben zitierte neue Song, findet sich auf "The Sounds of Science",


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