Nestroy goes to Hollywood

Theater Im Herbst 2000 wird erstmals ein Wiener Theater-Oscar namens "Nestroy" vergeben. Kulturstadtrat Peter Marboe ist begeistert, in der Jury fliegen die Fetzen.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 49/99 vom 08.12.1999

Peter Marboe ist in der Wiener Theaterszene eine feste Größe. Wenn er, was häufig vorkommt, eine Premiere besucht, ist der hünenhafte Kulturstadtrat nicht zu übersehen - auch deshalb nicht, weil er meist höchst effektvoll in letzter Minute eintrifft und unter ausgiebigem Händeschütteln seinen Platz aufsucht. Der Mann hat begriffen, dass es im Theater um Sehen und Gesehenwerden geht.

Entsprechend betrübt nahm Marboe zur Kenntnis, wie glanzlos die Stadt Wien ihre Theaterpreise vergibt. Für den besten Schauspieler, die beste Schauspielerin, die beste Inszenierung und das beste Bühnenbild des Jahres werden von einer Kritikerjury seit Jahrzehnten die so genannten "Kainz-Medaillen" verliehen; die Preisverleihung findet im Rathaus und weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das soll nun anders werden. Hinter den Kulissen wird bereits emsig an einem neuen Theaterpreis gebastelt. Codewort: "Nestroy".

Der Komödienautor steht Pate für ein ehrgeiziges Projekt, das einen Hauch


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