Pilzgericht & heiße Platte

Film Nikolaus Geyrhalter dokumentierte das Leben im Sperrgebiet um Tschernobyl. Trotzdem wurde "Pripyat" kein reiner Dokumentarfilm.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 49/99 vom 08.12.1999

Bis heute gibt es keine zuverlässigen Angaben über die Zahl der Todesopfer. Sicher ist nur, dass der "Störfall", der sich am 26. April 1986 im Reaktorblock 4 des ukrainischen Atomkraftwerks Tschernobyl ereignet hat, der folgenreichste seit Beginn der friedlichen Nutzung der Kernenergie war: Insgesamt wurden bislang rund 320.000 Menschen aus der Region abgesiedelt, die Verlustbilanz - still counting.

Der unverdächtige Titel "Pripyat" leitet sich von einer kleinen Ortschaft her, die heute inmitten des 30-Kilometer-Sperrgebiets um das Kraftwerk liegt. An die 700 Leute bewohnen die unbewohnbare Zone. Nikolaus Geyrhalters Film dokumentiert, wie.

Drei Monate lang, im Frühjahr, Sommer und Winter 1998, hat Geyrhalter mit einem sehr kleinen Team und sich selbst hinter der Kamera im Auftrag des ukrainischen Parlaments in der Sperrzone gedreht. Den Geigerzähler im Gepäck, hat er die zur Bewachung der Grenze abgestellten Soldaten, eine noch immer in Pripyat tätige Laborantin und ein älteres


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