Genug ist nicht genug

Film Das neue Abenteuer von James Bond 007 heißt "Die Welt ist nicht genug" und ist so unterhaltsam wie ein schlechter Belmondo-Film.

Wolfgang Kralicek | Kultur | aus FALTER 49/99 vom 08.12.1999

Als Frank Gehrys aufsehenerregende Guggenheim-Dependance in Bilbao eröffnet wurde, waren die Folgen für die Filmgeschichte noch nicht abzusehen. Das pittoreske Gebäude ist wahrscheinlich hauptverantwortlich dafür, dass es Commander James Bond zum ersten Mal in seiner fast 40-jährigen Laufbahn in die Hauptstadt des Baskenlandes verschlagen hat: Gleich in der ersten Einstellung der aktuellen Bondiade ist das Museum zu sehen, und überraschenderweise wars das dann auch schon wieder - für eine Verfolgungsjagd über die dekonstruktivistische Dachlandschaft hat es offensichtlich keine Drehgenehmigung gegeben.

Die Eröffnungssequenz ist symptomatisch für die jüngere Entwicklung der legendären Filmreihe: Vor lauter Angst, ihr Produkt könnte als Spaß von gestern abgetan werden, sind die Bond-Macher immer peinlicher darum bemüht, up to date zu bleiben. Als ob die 007-Serie jemals etwas mit Realismus zu tun gehabt hätte, werden krampfhaft "glaubwürdige" Konflikte konstruiert, in denen

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