Aufgeblättert

Kultur | Oliver Hochadel | aus FALTER 49/99 vom 08.12.1999

Machs noch mal, Dava, hat der Verleger der US-amerikanischen Wissenschaftsjournalistin Dava Sobel zugeflüstert. Nach ihrem Bestseller "Längengrad" legt sie nun mit "Galileos Tochter" nach. 124 Briefe an ihren Vater sind von Suor Maria Celeste (1600-1634), wie Virginia Galilei nach Eintritt in einen Orden heißt, überliefert. "Eine Geschichte von der Wissenschaft, den Sternen und der Liebe" verspricht der Untertitel vollmundig. Aber Sobel gelingt es nicht, eine tiefer gehende "wissenschaftliche" Verbindung zwischen Vater und Tochter herzustellen, auch wenn Maria Celeste mal durchs Fernrohr blickt oder Manuskripte des Vaters in Reinschrift überträgt. So schreibt Sobel zwei Bücher in einem: eine populäre Darstellung der Wissenschaft Galileis sowie die gut erzählte Geschichte einer innigen Vater-Tochter-Beziehung. Sie weißt ihm die Hemden und kandiert die von ihm geliebten Zitronen, er schickt ihr Geflügel und Geld ins Kloster.

Einen weit weniger bekannten Wissenschaftler hat sich


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