Zum lustigen Soziologen

Neues Lokal Das ehemalige Brauneis hat wieder offen, heißt jetzt Horvath und ist ein weiteres Steinchen im Mosaik des neuen Wiener Beislwunders.

Stadtleben | Florian Holzer | aus FALTER 49/99 vom 08.12.1999

Ich glaube, ich habe im Brauneis einmal ein Bier getrunken, kann mich aber an keine weiteren Details erinnern, außer dass das Beisl zwar urig, aber halt nicht so appetitlich gewirkt hat. Auch die Fotos bei der Schank, den Übergang "Brauneis" zu "Horvath" dokumentierend, wecken keine Erinnerung, was aber nicht so tragisch ist, weil sich das "Horvath" ohnehin völlig unsentimental als Kind der späten Neunziger outet: Es sieht proper und clean aus, wirkt in seiner Nüchternheit fast schon asketisch, erfreut aber Auge und Gaumen mit hocharomatischen, farbenfrohen Gerichten "aus dem alten und neuen Österreich - von Triest bis Galicien" sowie mit einer Latte feiner Weine.

Die Frau, die aus dem Brauneis ein Horvath machte, heißt Traude Horvath, ist Soziologin, Migrationsspezialistin und leitete unter anderem das Literaturhaus in Mattersburg. Auch Dieter Waltschek, für die Weine zuständig, ist Soziologe, Kellner Gantulga Jambaa studiert Violine, nur für die Küche holte man sich einen Profi,


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