Tier der Woche: Fliegengewichte

Stadtleben | Peter Iwaniewicz | aus FALTER 49/99 vom 08.12.1999

Warum die Wiener seit jeher die Winterfliegen, jene dicken Brummer, die unter den letzten, wärmenden Strahlen der Sonne aus irgendwelchen unerfindlichen Verstecken hervortaumeln, ausgerechnet mit dem Kosenamen ,Antschi' belegt haben, weiß ich nicht", schreibt Frau D. Ob sich gerade in Ostösterreich Frauen namens Angelika durch besondere Behaarung und summenden Zungenschlag hervorgetan haben und so zu den Taufpatinnen der dunklen Brummer wurden, die im Spätherbst gegen unsere Fensterscheiben wummern, darüber ist auch mir leider nichts bekannt. In Kenntnis des goldenen Wiener Herz' vermute ich vielmehr, dass man hier nur jenes Geräusch lautmalerisch nachahmt, das entsteht, wenn die dicken Fliegen zwischen Faust und Fensterbank ein plattes Ende finden. Keine besondere jagdliche Herausforderung, denn diese Tiere fliegen in der Kälte eher langsam.

Gern aber rücke ich die etwas ungenaue Bezeichnung "Fliegen" zurecht: Es gibt zwar langbeinige Wintermücken, aber spezifischen eigenen Winterfliegen.


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