Gefährliche Folgen

Kommentar Der Krieg in Tschetschenien kann gefährliche Folgen für die Entwicklung in ganz Russland haben.

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 50/99 vom 15.12.1999

Schamil Bassajew, der von Russland als Terrorist verfolgte charismatische Held des tschetschenischen Unabhängigkeitskriegs, soll in seiner Studentenzeit in Moskau von kubanischen Kollegen für Che Guevara begeistert worden sein. Als er im Juni 1995 durch die Besetzung der südrussischen Stadt Budjonnowsk den blutigen Vormarsch der russischen Truppen stoppte, trug er ein Bild des Guerilleros in der Westentasche. Den Vormarsch auf Dagestan im vergangenen Herbst, der den gegenwärtigen Krieg ausgelöst hat, führen manche Beobachter auf die Foco-Theorie Guevaras zurück. Ziel der Operation sei es gewesen, um die Stadt Karamahi eine revolutionäre Enklave ähnlich jener der Zapatisten in Chiapas zu schaffen.

Georgi M. Derluguian, der diese These in der jüngsten Ausgabe der Londoner New Left Review vertritt, interpretiert den islamischen Aufstand des Nordkaukasus unter Schamil Bassajew als "für die Dritte Welt typische anarchistische Landguerilla". Ihr Vorstoß richtete sich in gleichem Ausmaß


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