Rassismus oder Keule?

Kommentar Sollte man eine Rassismusdiskussion beenden, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat? Eine Replik auf Alfred Pfabigan.

Vorwort | Stefan Nowotny | aus FALTER 50/99 vom 15.12.1999

Alfred Pfabigan hat in seinem vergangene Woche an dieser Stelle erschienenen Kommentar klar ausgesprochen, was so manchem der jüngsten Ansätze einer Rassismusdiskussion bereits ziemlich unmissverständlich zu entnehmen war: Niemand in Österreich meint den Rassismus. Oder, um Pfabigans Einschätzung der Auseinandersetzung um Rassismus und Antirassismus in Erinnerung zu rufen: "Beide Seiten dieses eigenartigen Kampfes meinen etwas anderes und wissen möglicherweise gar nicht mehr, was."

Am zutreffendsten ist dieses Urteil wohl nicht zuletzt für Pfabigan selbst, auch wenn er sich gewissermaßen als "dritte Seite" geriert. Er will, gar nicht "denkfaul", aber eben "unbedarft in Sachen Rassismusforschung", den Rassismus gewiss nicht meinen und präsentiert dafür ein denkwürdiges Argument: Der Rassebegriff sei immer schon fragwürdig gewesen, niemand in Österreich würde sich heute noch ernsthaft auf ihn beziehen wollen, ergo - gibt es keinen Rassismus in Österreich. Einmal abgesehen davon,


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