Der Streit um den Turm

Uni-Campus Der "Narrenturm" am Gelände des ehemaligen Alten AKH soll nach 200 Jahren revitalisiert und adaptiert werden. Im dort eingemieteten Pathologisch-Anatomischen Bundesmuseum hat man damit allerdings wenig Freude.

Politik | Siegfried Mattl und Klaus Taschwer | aus FALTER 50/99 vom 15.12.1999

Kaiser Josef II. Guglhupf" - so lautete lange Zeit die inoffizielle Bezeichnung für den eigenartigen fünfstöckigen Rundbau im dreizehnten Hof des ehemaligen Allgemeinen Krankenhauses und jetzigen Uni-Campus. Entsprechend geht auch die Redewendung, jemand gehöre in den Guglhupf - um diesen Jemand für verrückt zu erklären -, auf das mehr als 200 Jahre alte Gebäude zurück. Sein eifrigster Verfechter war Josef II. Des Kaisers Tollhaus, das für die damalige Zeit als höchst fortschrittlich galt, sollte auch die erste Anstalt Europas werden, die ausschließlich zum Zweck der "Aufbewahrung von Wahnsinnigen" erbaut wurde.

Aus heutiger Sicht mutet der Bau allerdings eher wie eine sadistische Quälburg an, in deren knapp 140 Zellen es je ein mit Stroh beschüttetes robustes Holzbett gab sowie einige in die Mauern versenkte Eisenringe und Ketten zur Fesselung renitenter Patienten. Deren "Behandlung" bestand unter anderem aus folgenden Mitteln: Schädelrasur und Traktierung der Kopfhaut mit


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige