Lisbon Story

Film "Erklärt Pereira", die Verfilmung des preisgekrönten Romans von Antonio Tabucchi, zeigt Marcello Mastroianni in seiner letzten bedeutenden Rolle.

Kultur | Klaus Taschwer | aus FALTER 50/99 vom 15.12.1999

Die erste Einstellung gilt der Hauptdarstellerin des Films: Vom Aussichtspunkt S. Pedro de Alcantara aus gleitet das Kameraauge über den Westteil der prächtigen Stadt am Tejo. Erst dann kommt der Titelheld ins Bild: Pereira, ein alternder Journalist, der für die Kulturseiten der "unabhängigen" Tageszeitung Lisboa verantwortlich ist.

Wir schreiben das Jahr 1938: Portugal wird von Salazar regiert, dessen Diktatur immer stärker ins öffentliche Leben eingreift. Pereira nimmt davon wenig Notiz, lebt er doch ganz für die Literatur und für den Tod. Dem vereinsamten Witwer ist die Freude am Dasein längst vergangen - bis eines Tages ein junges Pärchen seinen Weg kreuzt: Monteiro Rossi und seine Freundin Marta. Der eben Promovierte soll Pereira vorab Nachrufe auf berühmte Intellektuelle schreiben; die Texte sind aber unbrauchbar, weil sie allesamt zu politisch ausfallen. Monteiro und Marta engagieren sich aktiv für die Sache der Linken und die bedrohte Republik in Spanien.

Langsam erwacht


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