Große Stadt, kleiner Mann

Musik Mit alten Aufnahmen von Liedern und Couplets aus deutschsprachigen Metropolen zeigt die CD-Serie "Rare Schellacks" die Gemeinsamkeit von Wiener Dialekt und Berliner Schnauze: den Großstadthumor.

Kultur | Andrea Dusl | aus FALTER 50/99 vom 15.12.1999

Sie hatten selten eine künstlerische Ausbildung und wechselten meist vom goldenen Boden des Handwerks auf die dünnen Bretter, die die Welt bedeuten: Volkssänger, Possenreißer, Imitatoren, Witzeerzähler, Vortrags-, Musik- und Gesangshumoristen. Im ersten Drittel unseres Jahrhunderts, zu einer Zeit, in der das Radio noch in den Kinderschuhen steckte und das Fernsehen noch nicht erfunden war, waren sie die Stimme des "Kleinen Mannes".

Das Münchner Label Trikont hat nach den Sammlungen "Bayern", "Oberösterreich-Salzburg", "Wien" und "München" fünf weitere CDs der Serie "Rare Schellacks" herausgegeben. Die seltenen Tonaufnahmen aus den Ballungsräumen der Metropolen Berlin, Dresden, Leipzig, München und Wien wurden digitalisiert und konserviert, aber nicht totrestauriert. Weder das Rauschen der dünnen Grammophonnadeln noch gelegentliches Knistern oder Knacksen wurde herausgefiltert. Das bewahrt dieser Serie den Charme der Genuinität.

Österreicher, so wird gesagt, tun sich schwer mit


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