Haider, warum nicht?

Seinesgleichen geschieht Die Antwort auf diese gern gestellte Frage scheint doch recht einfach zu sein.

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 51/99 vom 22.12.1999

Item, blicken wir auf uns selbst zurück. Wenngleich solche Rückblicke stets ein wenig tranig riechen (oder fischig, und sei es nur nach Rollmops), haben sie doch den Vorteil des vertrauten Terrains. Wir haben es uns ganz schön gezeigt dieses Jahr, wir Österreicher. Insofern wir Sozialdemokraten sind, haben wir uns in einer nie vorhergesehenen Weise demontiert. Im Kärntner Erdrutsch untergegangen, haben wir uns scheinbar bei den Wahlen zum EU-Parlament etwas erfangen, um dann bei den Nationalratswahlen sang- und klanglos einzugehen. Besserung nicht in Sicht.

Insofern wir Christdemokraten sind, haben wir gelernt, dass ein absteigender Ast durch keinerlei Gewaltakte zum Aufsteigen gebracht werden kann; die geborene Staatspartei richtet sich nicht einmal auf ein Staatsbegräbnis ein, sondern auf eine Selbstabschaffung nach Kärntner Art. Insofern wir Liberale sind, haben wir eingesehen, dass dieses Land keine Tradition für uns hat und unsere kurze Existenz eine vorübergehende Täuschung


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