Buch für Homer

Politisches Buch Ein Beweis, dass zumindest im Umfeld von Parteien entgegen landläufiger Meinung nachgedacht wird: ÖVP-nahe Aktivisten haben ein bemerkenswertes Buch über die Herausforderungen der Demokratie herausgegeben.

Politik | Gerald John | aus FALTER 51/99 vom 22.12.1999

Das Hosentürl ist offen, die Dose "Duff" auch: Homer Simpson knotzt auf der Couch, starrt in die Glotze und bearbeitet seine strapazierte Psyche mit Bier. Als über den Bildschirm eine Politikerdiskussion flimmert, taucht Simpson immer wieder in den Sekundenschlaf ab. Die Streitereien der Herrn im Fernsehstudio nimmt er nur mehr als grelle Katzenmusik wahr.

Was hat die Abendbeschäftigung einer rülpsenden Dumpfbacke im Vorwort eines Buches zu suchen, in dem sich führende Intellektuelle über Gott und die Welt den Kopf zerbrechen? Eine ganze Menge, wenn man sich um die Demokratie Gedanken macht. Für die Herausgeber des Sammelbandes "Die neue Ordnung des Politischen" ist der amerikanische Zeichentrickheld Homer Simpson Sinnbild des demokratieverdrossenen Durchschnittsbürgers, dem Politik am Allerwertesten vorbei geht. Da sich Demokratie aber stets an den sozialen Realitäten zu orientieren hat, wird die Akzeptanz zum Gradmesser des Erfolges. Und die ist bei Herrn Simpson gleich null.

Sorge


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