Schlanke fünfzig

Soziales Das Institut für Erziehungshilfe, eine Einrichtung, in der schwer traumatisierte Kinder therapiert werden, feierte dieser Tage seinen 50. Geburtstag. Obwohl es eigentlich nicht viel zu feiern gibt.

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 51/99 vom 22.12.1999

Das Institut für Erziehungshilfe hat eine lange Geschichte. Bereits in der Zwischenkriegszeit las der Psychoanalytiker August Aichhorn verwahrloste Kinder von Wiens Straßen auf, um ihnen Betreuung und seelischen Beistand zu geben. Nach dem Krieg gründete Aichhorn die "Child Guidance Clinic", mit der heute - mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde Wien - die fünf Institute für Erziehungshilfe zusammenarbeiten. Das Konzept der Einrichtungen ist das gleiche wie vor fünfzig Jahren: Kindern aus verwahrlosten Familien soll unter Einbindung der Eltern tiefenpsychologische Hilfe angeboten werden. Die Probleme der rund tausend jungen Patienten, die jährlich betreut werden, reichen von neurotischen Störungen bis zu Aggressionen, oft sind sie Opfer von sexuellem Missbrauch oder Alkoholismus in der Familie. Viele Therapiestunden sind da nötig, "damit die Kinder rehabilitiert und nicht selbst einmal zu Tätern werden", meint Institutsleiterin Elisabeth Brainin. "Zu viele" seien es, "die


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