Kommentar: Weihnachtsamnestie für Klaus Bachler

Wolfgang Kralicek | Kultur | aus FALTER 51/99 vom 22.12.1999

Klaus Bachler kann alles erklären. Dafür, dass bisher die meisten Inszenierungen an Burg- und Akademietheater bei der Kritik durchgefallen sind, ist weder er als neuer Burgtheaterdirektor verantwortlich noch die von ihm geholten Regisseure - und die Schauspieler aber schon überhaupt nicht. Schuld sind die Kritiker!

Jetzt könnte man natürlich sagen, dass Bachler es sich zu leicht macht, wenn er die Überbringer der schlechten Nachricht für diese zur Verantwortung zieht. Und eine gewisse Grundskepsis gegenüber Kritik ist unter Theaterleuten nichts Außergewöhnliches. Auch bei Bachlers Vorgänger Claus Peymann waren es im Zweifelsfall stets die Rezensenten, die durchgefallen sind.

Doch Bachlers Kritik an der Kritik ist fundamentaler. "Die so genannte Fachwelt und die Kritik driften immer weiter vom Publikum weg", warnt er in einem profil-Interview. Und: "Die Kluft wird immer größer. In der Tat ist das Missverhältnis zwischen veröffentlichter Meinung und Platzauslastung nicht zu übersehen;

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