Die totale Erinnerung

Film "The Sixth Sense" mit Bruce Willis ist ein schwermütiger, unheimlicher und virtuos inszenierter Thriller über die Macht der Vergangenheit.

Kultur | Drehli Robnik | aus FALTER 51/99 vom 22.12.1999

"Streift denn nicht uns selber ein Hauch der Luft, die um die Früheren gewesen ist? (...) Das wahre Bild der Vergangenheit huscht vorbei."

Walter Benjamin: Über den Begriff der Geschichte Es weihnachtet. Sehr. Das Christkind huscht vorbei. Man wird christlich oder kindisch, beschwört Erinnerungen herauf und ruft Geister herbei: spirituelle Figuren der katholischen Folklore, den Geist familiärer Eintracht oder Stimmen aus dem Handy, das man geschenkt bekommen hat. Na ja. "Nicht jede Gabe ist ein Segen", wie der Werbe-Slogan von "The Sixth Sense" verkündet. Und doch liegt ein Hauch von Erlösung in der Luft, zumal heuer, da wir westlichen Wesen nicht nur ein Jahr, sondern ein Jahrzehnt, Jahrhundert et cetera hinter uns lassen können. Bis es so weit ist, läuft die mediale Erinnerungskultur auf Hochtouren.

"The Sixth Sense" ist ein parapsychologischer Hollywood-Thriller mit Bruce Willis; der 1970 in Indien geborene Regisseur Manoj Night Shyamalan vergleicht ihn mit "Der Exorzist",


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