Star inkognito

Theater Man trägt die Haare wieder lang: Klaus Maria Brandauer als unauffälliger "Cyrano von Bergerac" im Burgtheater.

Kultur | Karin Cerny | aus FALTER 51/99 vom 22.12.1999

Claus Peymann hat unter anderem gern mit folgender Geschichte geprahlt: Nach dem Theatertriumph mit "Richard III" sei es in Wien plötzlich Mode geworden, die Haare so aalglatt, gescheitelt und auf der Seite rasiert zu tragen, wie Gert Voss es auf der Bühne vorgezeigt hat. Wahrscheinlich ist das nur eine von Peymann frech ausgedachte Legende; aber allein die Idee, dass Theater zum Trendsetter in Sachen Mode werden kann, überraschte und erheiterte schon. Jetzt muss man allerdings wieder froh sein, dass sich die Sache doch nicht durchgesetzt hat: In "Cyrano von Bergerac" am Burgtheater herrscht Langhaarperückenzwang für Männer (gnadenlos bei den Kostümen: Marianne Glittenberg). Laut Text soll eigentlich nur die Hauptfigur Cyrano (mit einer langen Nase) verunstaltet sein, hier aber bekommen alle Männer ihr Fett ab. Schön anzusehen ist das nicht; in Sachen Vokuhila (vorne kurz, hinten lang) kann es das Burgtheater jetzt jedenfalls mit jedem Fußballverein aufnehmen.

Dass hier viel von


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