Who the fuck is Lachenmann?

Musik Die Neue Musik wird zur Heimatlosen in der eigenen Zeit. Zwei CD-Kompilationen sind bestens geeignet, dieser Tendenz entgegenzuwirken, und bieten einen Überblick über das zeitgenössische Musikschaffen - auch für Einsteiger.

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 51/99 vom 22.12.1999

Beethovens Fünfte? Hundert Mal gehört. Mozarts d-Moll-Konzert? Kennt man auswendig. Schuberts Große C-Dur? Immer wieder gern. Helmut Lachenmanns "Air"?

Die Musik des 20. Jahrhunderts leidet nicht gerade an inflationärer Überrepräsentation, und Werke wie György Ligetis "Ramifications", Pierre Boulez' "Repons" oder eben Lachenmanns "Air" als Klassiker der Moderne zu bezeichnen kann angesichts ihrer seltenen Aufführung und geringen Bekanntheit beinahe höhnisch wirken. Traditionelle Hörgewohnheiten lassen in den Konzertsälen und CD-Regalen das 19. Jahrhundert bis heute fortleben, so dass es kaum übertrieben scheint, wenn der Dramaturg Hans-Peter Jahn feststellt, dass die gegenwärtige Musik in ihrem eigenen Zeitalter heimatlos geworden sei.

Im November 1998 versuchte Jahn, erste Abhilfe zu schaffen: Für den Südwestrundfunk gestaltete er in verschiedenen Stuttgarter Sälen die Konzertreihe "Rückblick Moderne"; unter der Leitung von ausgewiesenen Fachleuten in Sachen Neuer Musik


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