Samenspende, Wachkoma

Sachbuch Karl-Markus Gauß' jüngstes Buch ist intellektuelle Wegzehrung für Zeitgeistskeptiker. Medizinischen Ethikkommissionen sollte es als Pflichtlektüre verordnet werden.

Kultur | Paulus Hochgatterer | aus FALTER 51/99 vom 22.12.1999

Man hält dieses kleinformatige Buch in Händen und kennt sich erst einmal nicht aus. Aus dem Blassblau des Umschlages blickt einem ein Gesicht entgegen, dessen Augen durch ein brillenartiges Gebilde verdeckt sind, das am ehesten zum Betrachten von Sonnenfinsternissen geeignet erscheint. Wie kriegt der Mann im Gefrierfach wohl Sicht auf seine Sonnenfinsternis?

Die Überschriften der drei Abschnitte des Buches lauten: "I. Vergänglichkeit, Unsterblichkeit"; "II. Zuschauer, Zuhörer"; "III. Worte, Zeichen". Für einen Moment vermeint man tatsächlich den dicken Duft sloterdijkscher Welterklärung zu riechen. Allein, da wäre für die ganze Sache etwa der zehnfache Umfang angesagt und die Gattungsbezeichnung "Albumblätter" nicht eben angemessen.

Ein wenig skeptisch macht man sich also an den Text, eine Haltung, die nicht länger dauert als ein paar Sekunden. "Lange bevor der Psychologe James H. Bedford das Ende seiner Tage kommen fühlte, war er schon getrieben von der Frage, wie er seinen


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