Stadtrand: Wünschen Sie zurück!

Stadtleben | aus FALTER 51/99 vom 22.12.1999

Wenn es in den nächsten paar Tagen bei Ihnen Sturm läutet, dann kann es sein, dass weder "Ich bins" noch "Reklame" unten vor der Haustüre stehen, sondern beispielsweise Ihr persönlicher Kanalräumer. Der ist nämlich ein netter Mann und möchte Ihnen einfach so mal frohe Weihnachten und - sehr bezeichnend - einen "guten Rutsch" wünschen. Nett sind auch die "Mistbuam", die Ihnen per Weihnachtskarte im A7-Format Glückwünsche übermitteln. Vom Hausmeister ganz zu schweigen. Wenn Ihnen also Menschen, die Sie sonst eher selten bis nie sehen, plötzlich Gutes wünschen, dann liegt das nicht an Ihrem Charme, sondern eher daran, dass irgendwann zwischen Weihnachten und Neujahr Zahltag ist. Sie müssen aber nicht bezahlen. Wozu auch? Wünschen Sie einfach nur zurück. Man wird Ihnen schon nicht den Kanal zudrehen. Anders verhält es sich allerdings mit den Dienstleistern von der Post. Wunsch- und Gegenleistungsübergabe erfolgen hier diskret und anonym über den Briefkasten: Ein Kuvert mit, sagen wir, öS 50,- im Postfach wirkt Wunder. Nicht nur, dass am nächsten Tag ein nettes Dankschreiben im Kasten ist. Auch das ganze kommende Jahr wird Ihnen Ihre Post nahezu knitterfrei geliefert. Einschreiben und Päckchen sogar bis vor die Wohnungstür. Echt wahr. C. W.


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