Vom Leben im Überfluss

Essensreste Während ein Teil der Bevölkerung an Übergewicht leidet, muss ein anderer Tag für Tag hoffen, irgendwo etwas zu essen zu finden. Der soziale Ausgleich findet im Verborgenen statt - und soll jetzt durchorganisiert werden.

Stadtleben | Sigrid Neudecker | aus FALTER 51/99 vom 22.12.1999

Ganze Lachsseiten, erzählt die Köchin, Roastbeef, Schnitzeln: Für hundert Gäste hätte sie gekocht, gekommen seien dann nur fünfzig. Mangels Kühlmöglichkeit hätte sie alles wegschmeißen müssen. In den Mistkübel. Weg.

Verschwendung? Einfach nur zu faul zum Organisieren gewesen? Unabdingbare Nebenerscheinung einer Gesellschaft, die im Überfluss lebt? Jein. Dass Lebensmittel, fertiges Essen oder auch Hygieneartikel weggeschmissen werden, die nur wenige Meter weiter dringend benötigt würden, liegt manchmal am Unwillen der Beteiligten, manchmal jedoch auch an simplen gesetzlichen Bestimmungen.

"Uns blutet jedes Mal das Herz, wenn wir etwas wegwerfen müssen", bedauert Andrea Zwierschütz von der Cateringfirma Frederik's. "Es gibt Veranstaltungen, wo alles ratzeputz weggegessen wird, und andere, wo viel übrig bleibt." Voraussehen könne man das nie. Was sich nicht einmal mehr die eigenen Mitarbeiter mitnehmen können, wandert deshalb in den Müll, in die Biotonne oder zu den Pferden


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