Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | aus FALTER 02/00 vom 12.01.2000

... wurde Asche aufs eigene Haupt gestreut. Anlass gab eine vorangegangene "Falter"-Ausgabe, die vor Druckfehlern gestrotzt haben muss.

In dieser Zeitung ist schon einmal ein Aufsatz erschienen, der sich mit der Bedeutung der Druckfehler auseinander setzte. Es war behauptet worden, wir produzierten mit Apparaten, die vom Schrottplatz der Produktivkräfte stammten, und bewegten uns zwischen diesen Geräten wie auf einem Abenteuerspielplatz. Nachdem die Produktivkräfte des Druckgewerbes wieder einen Sprung vorwärts gemacht haben, ist auf unserem Spielplatz ein Lichtsatzgerät gelandet. Unsere Spiele werden komplizierter, das Gerät ist größer, man rutscht leicht ab und fällt tiefer. Statt Schrammen zieht man sich Wunden zu. Nach wie vor beherrschen nicht wir die Apparate, sondern sie uns, weil wir uns das Know-how zu ihrer professionellen Bedienung nicht kaufen können.

In dem Artikel haben wir gemeint, mangelnde Sorgfalt sei die subjektive Seite der Ohnmacht, sie sei Zeichen dafür, dass wir ein Produkt zerstören, das unseren Vorstellungen nicht entspricht. Wenn diese Differenz von Wunsch und Wirklichkeit wächst, werden auch die Zeichen zu Malen.

Nur so kann man die Monumentalität des Druckfehlers erklären, der in unserer letzten Nummer unterlaufen ist, und den Sie wahrscheinlich überlesen haben, weil Sie sich hauptsächlich für die Kleinanzeigen interessieren: Statt der korrigierten Fahnen mit den Filmhinweisen wurden die unkorrigierten eingeklebt. In Anbetracht dieses Faktums können wir weder in resignierte Heiterkeit verfallen noch eine unglaubwürdige Entschuldigung aussprechen. Wenn Sie dazu etwas denken, schreiben Sie uns nicht, was.


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