Die ÖVP-Familie

Kommentar Anmerkungen zum politischen Selbstverständnis der christlichsozialen Partei.

Isolde Charim | Vorwort | aus FALTER 02/00 vom 12.01.2000

Seit Wochen kursieren diverse Gerüchte über das angeschlagene Eheleben des Wolfgang Schüssel. Nun haben diese Gerüchte eine entscheidende Schwelle der Sichtbarkeit überschritten: Sie haben ihre mediale "Weihe" erhalten. So berichtet nicht nur News in aller Ausführlichkeit, auch das Montagsmagazin Format widmet in seiner Feiertagsausgabe lange Seiten den hartnäckigen Gerüchten über eine Trennung der Ehepartner, Schüssels Auszug aus der gemeinsamen Wohnung sowie den Spekulationen über Bezug oder Nichtbezug dieser Ehekrise zur aktuellen politischen Situation, in concreto zur Möglichkeit einer schwarz-blauen Koalition. Die "Gerüchte" sind so zu einer "Geschichte" geworden. Der Umgang mit solch einer - vermeintlichen oder tatsächlichen - Trennungsgeschichte ist in zweifacher Hinsicht erstaunlich.

Erstaunlich ist - zum einen - überhaupt das Interesse am Privatleben von Politikern in einer Demokratie. Denn demokratische Politiker sind nichts anderes als zeitweilige Statthalter der

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