"Da fragt man sich ..."

Justiz Der vom "Falter" aufgedeckte Skandal um den "vom Sessel gefallenen" Johannes G. sorgt für einen heftigen Disput zwischen Justizministerium und Polizei. Hat die Exekutive vermeintliche schwarze Schafe wieder einmal zu spät angezeigt?

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 02/00 vom 12.01.2000

Die Polizei hat nicht die eigenen Beamten, sondern nur den Verletzten bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Es war die Staatsanwältin, die ein Verfahren gegen die Polizisten einleitete", so Erich Wetzer, Leiter der Wiener Staatsanwaltschaft. Damit widerspricht der Staatsanwalt den Darstellungen von Polizei-General Franz Schnabl, der im Falter-Interview (51-52/99) versicherte, dass die Polizei sofort gegen die eigenen Beamten ermittelt hätte, wie dies der neue Anti-Folter-Erlass des Justizministeriums vorsieht.

Die Vorgeschichte: Der Möbelverkäufer Johannes G. soll bei einem "Sturz vom Sessel" am Kommissariat sowie beim "Laufen gegen eine Gegensprechanlage" derart schwere Verletzungen erlitten haben (Gehirnblutung, Läsion des Sehnervs), dass er zwölf Tage im Spital verbrachte. G. behauptete, von Polizisten des Kommissariats Boltzmanngasse "gezielt auf die Augen" geschlagen worden zu sein.

Im Falter-Interview versicherte Polizei-General Schnabl, dass die Polizei alle nötigen Schritte


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