Die Schulen von Ferizaj

Spendenaktion Vor einem halben Jahr finanzierten die "Falter"-Leser die Einrichtung eines psychosozialen Betreuungsdienstes für die Kosovo-Flüchtlinge in Mazedonien durch CARE Österreich. Mit den Flüchtlingen ist auch das Projekt in den Kosovo übersiedelt und hat weiterhin Erfolg.

Politik | Patrik Volf | aus FALTER 02/00 vom 12.01.2000

Die Dächer sind gedeckt und es liegt am Morgen kein Schnee mehr auf den Schulbänken. Und wenn der Wind pfeift, gibt es Türen und Fenster, die man schließen kann. Luxus, buchstabiert im Kriegsalphabet. Kosovo, ein halbes Jahr nach dem Rückzug der serbischen Truppen, ein halbes Jahr nach Rückkehr der Flüchtlinge.

Die intakten Schulen in der Region Ferizaj/Urosevac, keine hundert Kilometer außerhalb von Pristina, ließen sich noch im September an einer Hand abzählen. Und intakt heißt in diesem Fall das Gegenteil von abgerissen. Teils waren die Schulen sogar gezielt unter Beschuss genommen oder nach der Flucht der Einwohner geplündert worden. Heizmaterial ist ohnedies bereits Mangelware, aber noch mehr sind es funktionierende Heizungen. Die Kinder sitzen dicht eingepackt in ihren Bänken. Lehrer gibt es immer noch zu wenige. Die Vorhandenen arbeiten in zwei bis drei Schichten. Von Papier, Stiften, Heften und Büchern will Irina Baumgartner gar nicht reden. Auch das ist Luxus. Seit


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