"Medizinische Taktik"

Kosovo Über ein halbes Jahr nach Kriegsende ist die gynäkologische Ambulanz von "Nachbar in Not" in Suva Reka eingetroffen. "Erstbetreuung" für vergewaltigte Frauen ist das freilich keine mehr.

Politik | Eva Weissenberger | aus FALTER 02/00 vom 12.01.2000

Die zwei Container, die als Ordination dienen, sind mittlerweile aufgestellt, die kosovarischen Ärzte eingeschult. Am Freitag wurden die ersten Patientinnen in der gynäkologischen Ambulanz in Suva Reka behandelt. Viel zu spät, wie die grüne Wiener Gemeinderätin Jutta Sander kritisiert. "Die Kinder der vergewaltigten Frauen gehen mittlerweile in die Schule", meint sie sarkastisch.

Die Vorgeschichte: Ende April kündigten SP-Frauenministerin Barbara Prammer und VP-Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer eine gynäkologische Ambulanz als "Erstbetreuung" für Kosovarinnen, die von serbischen Soldaten vergewaltigt worden waren, an. Der Frauenring, in dem die wichtigsten österreichischen Frauenvereine sitzen, organisierte das Projekt. "Nachbar in Not" sammelte Spenden. Ungewollt Schwangeren "wird man, wenn nötig, die Pille-danach verabreichen", sagte Prammer im April. In diese Verlegenheit wird man jetzt - über ein halbes Jahr nach Kriegsende - wohl nicht mehr kommen.

Sander vermutet, dass


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