Ende gut, alles gut?

Y2k Der Rummel um den Millenniums-Bug beginnt abzuflauen. Auf den ersten Blick hat er kaum Schaden angerichtet. Im Gegenteil: Die österreichische Wirtschaft meint, durch die schnelle Lösung des Problems den Fortschritt beschleunigt zu haben.

Markus Zwettler | Medien | aus FALTER 02/00 vom 12.01.2000

Die Silvesterfeiern in der Wiener Innenstadt neigen sich dem Ende zu. Knallkörper explodieren seltener. Die Musik wechselt nach Mitternacht das Thema und hämmert am Hohen Markt nach ausgelassenen Klängen der Siebzigerjahre den Industrie-Rhythmus der ausgehenden Neunziger. Die 76 Kraftwerke und 43 Umspannwerke der Verbund AG werden nicht gefordert. Das weltweite Computersystem vibriert wie gewöhnlich. Daten werden ausgetauscht, vor und nach Silvester anno Domini 1999.

Nur etwas mehr als ein Dutzend Anrufe bei den Hotlines der Soft- und Hardware-Giganten, deren Nachtwache ein mehr als befriedigendes Geschäftsjahr zu Ende geleitet.

Das japanische Atomkraftwerk Shika, 280 Kilometer südlich von Tokio, muss Y2K-bedingt auf ein Alarmsystem verzichten. Im zentralspanischen Zorita verweigert eine computergesteuerte Eingangskontrolle zwei Beschäftigten den Zutritt zum Hochsicherheitstrakt des dortigen AKW. In Frankreich spielt das Bankensystem teilweise verrückt. Ein schwedisches Krankenhaus

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