Vom Sinn zur Sinnlichkeit

Theater Hans-Thies Lehmann hat zum "postdramatischen Theater" von Künstlern wie Robert Wilson, Jan Fabre oder Einar Schleef eine Theorie geschrieben.

Kultur | Stephan Hilpold | aus FALTER 02/00 vom 12.01.2000

Das Theatralische ist nicht mehr nur im Theater zu Hause: Mittelmäßige Politiker setzen sich besser in Szene als profilierte Schauspieler, Wirtschaft und Werbung inszenieren gekonnter als große Staatstheater. Kaum jemand, der nicht darauf achtet, wie er sich präsentiert und was er repräsentiert. Dem Theater bleibt nicht mehr viel: Drama, Handlung und Nachahmung - das Dreigestirn des klassischen Theaters - erstrahlen von der Kinoleinwand, die Zuschauer strömen eher aus dem Theater als ins Theater. Regelmäßig macht das Wort "Theaterkrise" die Runde; manchmal wird gar ein altehrwürdiges Haus geschlossen. Schuld haben abwechselnd die Geschichtenerzähler oder die Regiepotentaten.

Das Theater könne diesen Kampf gegen die fiktionsbesessene Wirklichkeit nur verlieren, meint jetzt Hans-Thies Lehmann. Es sei denn, es besinne sich auf die eigenen Vorzüge, auf das, was ihm (noch) zur Verfügung stehe: auf Körper, Raum und Zeit statt auf Text, Geschichten und Katharsis. In einem 500 Seiten


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