Maßlos, kompromisslos

Nachruf Anfang Jänner starb Bernhard Wicki - als Schauspieler ("La notte") wie als Regisseur ("Die Brücke") ein kompromissloser Verfechter seiner Überzeugungen.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 02/00 vom 12.01.2000

Es war mehr als Attitüde, dass Bernhard Wicki öfter als jeder andere Star des deutschen Kinos der Fünfzigerjahre in Uniform zu sehen war: Er spielte müde Kriegsheimkehrer, dann einen Hauptmann der Wehrmacht, schließlich auch den Oberst Graf Stauffenberg. Als einen "Lastträger der Anständigkeit" hat ein Kritiker ihn damals bezeichnet, doch hat Wicki, der 1938 wegen seiner Mitgliedschaft in der Kommunistischen Jugend zehn Monate lang im KZ Sachsenhausen inhaftiert war, dem "guten Deutschen" gewiss nicht ohne Vorbehalte ein Gesicht gegeben.

Wicki lebte seine Überzeugungen. Der deutsche Kintopp hätte ihn gern weiter beschäftigt, einen zweiten O. W. Fischer aus ihm gemacht. Stattdessen wechselte er ins Regiefach und drehte 1959 "Die Brücke", einen für damalige Verhältnisse harten Antikriegsfilm, dessen Botschaft freilich weich (ambivalent) genug blieb, um zu einem internationalen Erfolg, übrigens dem größten seiner Karriere, zu werden. Im Jahr darauf gestaltete er eines seiner


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