Allein gegen die Mafia

Film In "Ghost Dog" lässt Jim Jarmusch einen taubenliebenden schwarzen Samurai gegen die Mafia antreten.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 02/00 vom 12.01.2000

Ganz in Schwarz, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, zieht Ghost Dog, unfassbar wie ein Schatten, durch die Nacht. Ein Mann, der nur für sich, allein für seine Bestimmung lebt: dem Mann, der ihm einmal das Leben gerettet hat, zu dienen, bis sich sein Schicksal, das Schicksal eines jeden Samurais, dereinst erfüllt. "Jeden Tag", heißt es im "Hagakure", dem berühmtesten philosophischen Lehrbuch aus dem Japan des 17. Jahrhunderts, "fasse man grundsätzlich seinen Tod ins Auge (...). So beschaffen ist der Weg des Samurai."

Ghost Dog steht in der Gefolgschaft eines gewissen Louie, eines Angehörigen einer Mafiafamilie aus Jersey City, die ihre große Zeit schon hinter sich hat, und ist, wie die Figuren in den meisten von Jim Jarmuschs Filmen, nicht ganz von dieser Welt. In "Stranger Than Paradise" verschlägt es Eszter Balint, eine Frau aus Budapest, in das unwirtlich-unwirkliche Cleveland; in "Mystery Train" folgt ein japanisches Touristenpärchen Elvis, dem King der Untoten, durch Memphis,


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