"Das Leben eines Mannes"

Literatur Kevin Canty erzählt von der Mühsal des Erwachsenwerdens werden.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 02/00 vom 12.01.2000

Der im englischen Original belassene Titel und das Buch-Cover (Highway im Abenddämmerlicht) suggerieren ein Aufbruchspathos, das in Kevin Cantys Roman-Erstling nie so richtig vom Fleck kommt. Zweimal bricht der früh um seine Kindheit gebrachte Kenny Kolodny auf, um sein Leben und das der wohlbehüteten und melancholischen Junie Williamson zu einem gemeinsamen zu machen: Das erste Mal landen die beiden in einem Motel, wo ein Abortus Kennys Vorstellung von Jung-Eltern-Existenz ein jähes Ende setzt; das zweite Mal reist Kenny der Ex-Freundin über viereinhalbtausend Kilometer nach, um festzustellen, dass sie mit einem um einiges älteren Mann schläft, der in etwa die Figur von Kennys Vater hat. "Ich wollte es nicht so. Nichts davon", meint Junie. Und genau davon handelt "Into the Great Wide Open".

Der Irrtum mit dem Erwachsenwerden besteht ja darin, dass man glaubt, etwas dafür tun zu müssen. Bis man irgendwann einmal merkt, dass es einfach passiert und dass auch die Eltern "nur improvisierten".


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