Nüchtern betrachtet: Der Hosenboden meiner Bosshose

Kultur | aus FALTER 02/00 vom 12.01.2000

Natürlich hatte ich geplant, meine erste Neujahreskolumne mit der Mitteilung zu eröffnen, dass ich jetzt einen neuen Wagen oder eine neue Mutter habe. Dann ist es aber doch wieder nur eine neue graue Hose geworden. Immerhin eine Deyk - mit Klettverschlüssen, was natürlich sehr riskant, weil gegenüber der Erweiterung des Hüftäquators extrem unflexibel ist; Sicherheitseinrichtungen wie Gürtelschleifen gibt es keine. Mit einer grauen Deyk-Hose bin ich einmal in den Münchner Kammerspielen gesessen und wurde von Herrn Puntila gefragt, ob meine Hose von Boss oder von Rene Lezard sei. Man nennt das Episches Theater. Ich habe nicht geantwortet, weil mir die theatralische Thematisierung meiner Beinkleider eher peinlich ist. Dabei stehe ich nicht an zuzugeben, dass ich eine Bosshose besitze (freilich keine von Rene Lezard). Die Bosshose ist aus grauem, fein geripptem Kord und wurde mir, einem bekennenden Kord-Aficionado, von der Frau an meiner Seite geschenkt, und zwar im vergangenen Herbst,

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