Freiheit, die sie meinen

Waffenszene Seit zwei Jahren debattiert Österreich über eine Verschärfung des Waffenrechts. Seit fünf Jahren kämpft eine Organisation von Waffenbefürwortern mit schusssicherer Weltanschauung dagegen.

Stadtleben | Jack Gelbmann | aus FALTER 02/00 vom 12.01.2000

Sie robben nicht in Combat-Verkleidung und Tarnfarben-Make-up durch die Sümpfe. Sie veranstalten keine Häuserkampfübungen in aufgelassenen Fabriksarealen, trainieren keine raffinierten Tötungstechniken und halten James Bond für einen Verderber der Jugend. Viele von ihnen sind nicht einmal Stammgast beim Preisschießen im Wirthaus nebenan - und doch sind sie die glühendsten Verfechter für das Recht auf privaten Waffenbesitz in Österreich.

Die 1994 gegründete "Interessengemeinschaft für ein liberales Waffenrecht in Österreich" (IWÖ) besticht durch markige Sprüche, hochangesehene Herren und einen scheinbar unerschöpflichen Schwall an Argumenten, der sich über Gegner, Neugierige und Sympathisanten ergießt. In Österreich sind etwa zwei Millionen Waffen in Privatbesitz, und seit Ende der neunziger Jahre intensiver über Sinn und Unsinn des Waffenbesitzes nachgedacht wurde, treten die Protagonisten der Interessengemeinschaft unermüdlich überall dort auf den Plan, wo es nötig


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