Trinken wie an der Alster

Neues Lokal Fernab ausgetrunkener Pfade machte ein Grafiker eine kleine Bar namens Hamburg auf.


Florian Holzer
Stadtleben | aus FALTER 02/00 vom 12.01.2000

Hamburg deshalb, weil es eine schöne Stadt mit vielen netten Menschen sei, erklärt Julius Haubenwallner, der zwar nicht aus Hamburg stammt, aber dennoch nicht lange nachzudenken braucht, um einem den korrekten Umgang mit Hamburgern zu schildern. Er wolle eine Bar für Leute machen, die genau so etwas suchen, erklärt der Mann, der sein Geld zuvor mit Grafik und Siebdruck verdiente, und deshalb bräuchte sein "Hamburg" auch keine Frequenzlage, und deshalb sei er über das frühere orientalische Gewürzlager auch sehr froh gewesen.

Wobei das Informationen sind, die er einem wahrlich nicht ohne weiteres aufdrängt, denn Haubenwallners Credo als Barkeeper ist eher "klassisch" geartet, also zuhörend. Auf der ersten Seite seiner Cocktail-Karte beschreibt er das Berufsbild des Barkeepers. Von Menschenkenntnis und Distanz ist da zu lesen, von der Vermeidung der Kumpanei, vom Antizipieren des Kundenwunsches, von Beichteabnehmen, aber nicht Absolutionerteilen, von erlösenden Ritualen. Vielleicht

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