Wer ist da der Pyromane?

Kommentar Die Prangerstrafe, mit der manche Medien den vermutlichen Brandstifter von St. Georgen sofort belegt haben, steht im krassen Widerspruch zum fortschrittlichen österreichischen Jugendstrafrecht.

Politik | Frank Höpfel | aus FALTER 03/00 vom 19.01.2000

Man fühlt sich ins Mittelalter zurückversetzt. Der beruhigende Eindruck ist nur: Die öffentliche Meinung weiß sich von veröffentlichten Meinungen zu emanzipieren. Vor allem die Ortsgemeinschaft von St. Georgen an der Gusen scheint vernünftiger und einfühlsamer zu reagieren, als es der Kronen Zeitung vielleicht lieb ist. Dennoch dürfte die Ausgabe vom letzten Mittwoch so gut verkauft worden sein, dass die gesetzliche Höchstsumme von 200.000 Schilling für den Ersatz der erlittenen Beeinträchtigung, der dem verdächtigen Buben zu bezahlen sein wird, bereits am selben Tag verdient war.

Darin zeigt sich eine merkwürdige Ambivalenz: Das Wort "Wer schimpft, der kauft" trifft leider in besonderem Maß auf geschmacklose Medienprodukte zu. In der Kriminalberichterstattung kollidieren verschiedene Interessen. Es gibt auf der einen Seite immer ein berechtigtes Informationsinteresse der Gesellschaft, aber man kann ihr weder das Opfer noch den Täter "zum Fraß vorwerfen". Besonders mit einem


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