Was war

Politik | aus FALTER 03/00 vom 19.01.2000

Verhandlungsmarathon Maria Rauch-Kallat musste ihre Schwedenbomben und Schokobananen wieder mitnehmen. Mit den Süßigkeiten wollte die VP-Generalsekretärin in den Nachtstunden von Montag auf Dienstag für gute Stimmung beim vermeintlichen Showdown der Regierungsverhandlungen sorgen. Nach endlosen Sondierungs-, Zukunfts- und Regierungsgesprächen konnten sich SPÖ und ÖVP auch in der 106. Nacht nach der Wahl trotz einer 13-Stunden-Dauersitzung nicht einigen. Letzter Streitpunkt: Ressortverteilung.

Was kommt Neue Regierung Zu Redaktionsschluss am Dienstagmorgen feilschten SPÖ und ÖVP zwar noch immer über die Aufteilung der Ministerien. Die Entscheidung wurde aber für Nachmittag erwartet. Die Parteivorstände warteten schon darauf, das Verhandlungsergebnis arg zu zerzausen, um dann doch zuzustimmen. FP-Chef Jörg Haider wartete währenddessen nicht ganz allein in New York, sein persönlicher Sekretär Gerald Mikscha tröstete. Ob die FPÖ den Raum doch noch nicht storniert hatte, den sie in New York gerüchteweise reserviert hatte, um von dort eine blau-schwarze Regierung auszurufen?

Was fehlt Des Kanzlers Kleider "Das ist wie beim Strip-Poker. Wer mehr Hosen anhat, gewinnt", feixt VP-Sprecher Wilhelm Sandrisser. Bundeskanzler Viktor Klima hat sich offenbar nicht warm genug angezogen. Das ausgehandelte Regierungsprogramm trägt die Handschrift Wolfgang Schüssels: Abschläge für Frühpensionisten, das "soziale Verbrechen" ((c) Ex-ÖGB-Frauenchefin Irmgard Schmidtleithner) Karenzgeld für fast alle, Selbstbehalt beim Arztbesuch oder gar eine militärische EU-Beistandspflicht. "Ich bin schockiert, reden Sie mich nicht an", sagte SP-Gewerkschafter Rudolf Nürnberger, als er am Montag aus dem Bundeskanzleramt abrauschte. Schüssel Sieger, Klima Kanzler? Für die Kollegen von den Nachrichtenmagazinen drängt sich da ein neues Nackerpatzel am Cover auf. Welcher Herausgeber traut sich?


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