Hero der Woche: OÖ. Versicherung

Politik | aus FALTER 03/00 vom 19.01.2000

Zuerst haben alle nach Lynchjustiz geschriehen. Und nach Bäumen, auf denen man den "Feierteifi" aufhängen werde. Dann brachen News, Kronen- und Kleine Zeitung absichtlich das Mediengesetz, in dem sie das Gesicht des verdächtigen jugendlichen Brandstifters von St. Georgen abdruckten. Nur die Vertreter der "Oberösterreichischen Versicherung", die den Brandschaden zu berappen haben, bewahrten einen kühlen Kopf. "Wir werden dem Buben sicherlich nicht das Leben verpfuschen", erklärt Generalsekretär Wolfgang Weidl. Die kulante Versicherung verzichtet, "weils eh keinen Sinn hat", auf fast 20 Millionen Schilling, da der Bub "schon an den Zinsen scheitern würde". Nur eine kleine finanzielle Bürde will man dem Jugendlichen auferlegen: Ein paar Hunderttausend Schilling sol er zahlen. Das tut weh, vernichtet den dummen Buben aber nicht bis an sein Lebensende. Es kostet ihn nur sein erstes Auto. Hut ab.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige