Einmal voll denken, bitte!

Koalition neu Ist die Erneuerung der rot-schwarzen Koalition möglich? Und wenn, dann wie? Der "Falter" besuchte die Think Tanks von SPÖ und ÖVP - und solche, die es gerne sein möchten.

Politik | Gerald John und Nina Weissensteiner | aus FALTER 03/00 vom 19.01.2000

Die letzten Wochen bereiteten Herbert Prock Kopfschmerzen. Eine "unselige Gschicht" sei das Ganze, klagt er, einfach "unerträglich". Es ist nicht der berüchtigte Nordtiroler Föhn, der den Schädel des Innsbruckers martert. Prock, designierter Nachfolger von Andreas Rudas als Bundesgeschäftsführer der SPÖ, schmerzt vielmehr, woher der Wind beim Koalitionsabschluss im fernen Wien weht. Nach über 100 Tagen des Sondierens, Taktierens und Verwirrens droht, was Prock "die Wiederkehr des Gleichen" nennt.

Die Chancen für eine Koalition "neuen Stils" stehen nicht gut: Rote und Schwarze ließen es sich trotz laufender Gespräche nicht nehmen, den Verhandlungspartner vor den Medien mit widersprüchlichen Statements zu demütigen. Ihren Höhepunkt fand die allabendliche Realsatire auf den Fernsehschirmen im Streit um die tatsächliche Größe des Budgetlochs. Und auch das vereinbarte Arbeitsprogramm wird allein kaum ausreichen, um die ewige Koalition bei Wahlen zurück auf die Siegerstraße


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