"Eine Groteske"

ÖVP Ex-Nationalratspräsident Heinrich Neisser über die unglaubwürdige ÖVP, die hoffnungslose Koalition und unsympathische Klubobleute.

Politik | Gerald John | aus FALTER 03/00 vom 19.01.2000

Im Cafe Eiles in der Josefstadt kennt ihn immer noch fast jeder. In seiner Funktion als Zweiter Nationalratspräsident ist Heinrich Neisser im vergangenen Herbst zurückgetreten, in jener als bürgerlicher Paradeliberaler der ÖVP hingegen nicht. Neisser, einst auch Klubobmann seiner Partei, betrachtet das politische Geschehen heute von außen und gibt Eindrücke mitunter bei seinen Vorlesungen an den Universitäten von Wien und Innsbruck weiter. An Pensionsschock leidet Neisser nicht; Identitätsprobleme diagnostiziert er im Falter-Gespräch vielmehr bei der ÖVP.

Falter: Wenn Sie noch ÖVP-Klubobmann wären: Wie würden Sie die letzten Wochen der Öffentlichkeit erklären.

Neisser: Da wäre ich in einem Erklärungsnotstand, weil man etwas, was man kaum verstehen kann, nur schwer erklären kann.

Was verstehen Sie nicht?

Alle Parteien, die in diesem Regierungsspiel beteiligt waren, haben völlig unverständliche, verwirrende Manöver gesetzt. Das Ganze hat sich zu einer Polit-Groteske entwickelt.


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